Samstag, 16. Februar 2008

Zurueck in PMB

Wieder liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns. Nachdem wir Bloemfontein mit dem Nachtzug verlassen hatten, holte uns am naechsten Morgen meine Internetbekanntschaft Stephen, Sohn taiwanesischer Einwanderer, vom Bahnhof ab und nahm uns unter seine Fittiche. Mit ihm gemeinsam nahmen wir ersten Kontakt mit dem Meer auf (ganz schoen kalt da unten in PE!), bekamen echt chinesisches und taiwanesisches Essen vorgesetzt und lernten, wie man danke auf Mandarin sagt - chiechie. Gesundheit.

Von PE aus unternahmen wir einen Ausflug in den Addo Elephants Park, der zwar ein ganz schoenes Loch in unsere Finanzen riss, aber man ist ja schliesslich nur einmal da. Die Masse an Elefanten, die wir dort zu Gesicht bekamen, rechtfertigten aber wirklich den Preis - an einem Wasserloch hatten sich gerade zwei Herden versammelt. Elefanten jeder Groesse, von anderthalb Monaten alt bis kurz vorm Tod. Wusstet ihr dass Elefanten 6 Saetze Zaehne haben, die ihnen im Lauf des Lebens alle ausfallen, bis sie am Ende nicht mehr kauen koennen und verhungern? Ansonsten gab es noch jede Menge Warzenschweine, einen Schakal, verschiedene Voegel, Zebras, Strausse, einen riesigen uralten Bueffel, Schildkroeten... Am Ende bekamen wir noch Kaktus zu essen - ueberraschend suess.

Ueber unseren Aufenthalt in East London gibt es nur wenig zu berichten. Wir landeten in einem Surfer Hostel direkt am Strand und waren die einzigen nicht-Surfer zwischen all den braungebrannten, blonden, schlanken, muskuloesen Surfern und -rinnen. Da es den Tag ueber regnete (was die Strasse vorm Hostel binnen 10' 30cm unter Wasser setzte), gab es nicht viel zu tun und am Abend wuergten wir uns noch eine eher schlechte Pizza in der Nachbarkneipe rein.

Schnell weiter nach Coffee Bay. Das war doch gleich ganz was anderes: Berge, Felsen, die Brandung, blauer Himmel, tolle Leute. Gemeinsam mit den Anderen aus dem Bomvu Paradise (so hiess das Hostel) haben wir eine wunderschoene Wanderung zum Hole in the Wall (Loch in der Wand) gemacht. Bild siehe unten.
Dort waren wir auch schwimmen und haben mal richtig die Wellen genossen. Schon erstaunlich welche enorme Kraft die selbst nahe am Strand haben. Abends gabs dann eine Geburtstagsfeier. Siphoora, eine Aerztin aus Johannesburg beging ihren Ehrentag und so wurde mit Sekt und Musik getanzt bis - sagen wir nach Mitternacht.

Weiter ging es mit dem Bus nach Durban - allein die Reise nahm schon einen ganzen tag in Anspruch, weil irgendwo unterwegs der Bus kaputt war und wir deshalb stundenlang warten mussten. Halb zwoelf waren wir dann endlich da und checkten im Hostel ein - Banana Backpackers, ziemlich im Zentrum von Durban gelegen, bisschen runtergekommen aber ganz annehmbar fuer zwei Naechte. Vor allem - um diese Zeit noch offen. Durban ist natuerlich ganz Metropole, vor allem am Strand entlang - hauptsaechlich anonyme Hotelburgen, Restaurants etc. Davor noch die Staende an denen Perlenarbeiten, Schnitzereien und Tischtuecher verkauft werden. Interessanter waren da schoen die Strassen mehr in der Innenstadt (die man natuerlich alle meiden soll - sorry Mama). Dort gibt es einen Haufen Strassenstaende mit Obst, Suessigkeiten, Knochen fuer die Naturheiler, Klamotten und Staende an denen man telefonieren kann (die haben dann einfach mehrere Telefone dort stehen und man bezahlt dem Standbesitzer sein Telefonat).

Heute morgen ging es dann mit dem Bus wieder nach Pietermaritzburg. Ausfuehrliche Berichte gibts wenn wir wieder da sind. Bis dahin gehabt euch wohl!!

Ulf und Katharina.

Freitag, 8. Februar 2008

Viele Gruesse aus Bloemfontein

Hallo alle miteinander!!

Nachdem ich am Freitag meinen Ulf in Durban am Flughafen abgeholt habe, ging es Samstag auf in Richtung Lesotho. Atemberaubende Aussicht vom Sani Pass auf die darunter liegende Landschaft, eine tolle Wanderung in den Bergen Lesothos und natuerlich jede Menge neue Bekanntschaften.



Am Dienstag ging es dann per Minibus weiter nach Mokhotlong. Als wir dort gerade im Hotel einchecken wollten (es war schon spaet und wir wussten nicht wo wir sonst hinsollten) kam Tom angelaufen und meinte, warum wir nicht mit in sein Guest house in den Bergen kommen. Gesagt getan. So fuhren wir im stroemenden Regen die 10km nach Molumong zu seiner Lodge. Am naechsten Morgen sahen wir denn auch wie traumhaft schoen die Gegend war. Nach einer Trekking-Tour auf Basotho-Ponys, von der uns immer noch alles weh tut, ging es am naechsten Tag weiter.



Zwei deutsche Jungs nahmen uns in ihrem Waegelchen mit nach Butha-Buthe. Von dort wieder per Minibus nach Maseru (voelliges Chaos - bloss weg) und ueber die Grenze zurueck nach Suedafrika. Dort wurden wir von einem weisn Suedafrikaner aufgegabelt, der uns nach Bloemfontein mitnahm und bei dem wir sogar uebernachten durften. Inclusive gegrilltem Fleisch zum Abendbrot und Ruehrei zum Fruehstueck. Also, die Gastfreundschaft laesst wirklich nichts zu wuenschen uebrig.

Heute sehen wir uns Bloe an und heut Abend gehts dann par Nachtzug weiter nach Port Elizabeth. Ihr seht also - das land ist uns wohl gesonnen.

Viele Gruesse von uns! Katharina und Ulf.

Freitag, 25. Januar 2008

Shopping

Wieder mal ist eine ganze Woche wie im Flug vergangen. Wie ich sie verbracht habe? Hauptsaechlich im Billig-Klamottengeschaeft.

>Von den vielen Sonderspenden, die wir von Weihnachten her noch zu bearbeiten hatten, hab ich ja schon erzaehlt. Nun war es Zeit mit den Leuten einkaufen zu gehen. Das geschah mit einem Maximum von 24 Leuten am Tag, zuerst in einem Laden, in dem es kleine Herdplatten, Toepfe, Linoleumrollen aber auch Baumaterial gibt, dann im Kleidungsladen. Dort waren natuerlich vor allem Schulschuhe und -uniformen interessant, aber auch Rucksaecke und je nach verfuegbarer Summer andere Kleidung.

Am Ende war es gar nicht so einfach wie es hier klingt, denn wenn man einer Familie sagt, sie koennen fuer 500 Rand einkaufen , ist das in etwa so als wuerde man einem Hartz IV Empfaenger 500 Euro in die Hand druecken (die hiesigen Klamottenpreise einberechnet) - was soll man ploetzlich mit so viel Geld machen? Am Ende haben aber alle ziemlich vernuenftig eingekauft.

Natuerlich musste am Ende der Betrag auch stimmen. Deshalb musste, bevor es an die Kasse ging, bei jedem geprueft werden, ob das was sie gekauft haben auch mit der Hoehe der Sonderspende uebereinstimmt, was fast nie der Fall war. Dann hiess es entweder was da lassen oder die Leute nochmal losschicken, weil sie noch Geld offen hatten. Bei so vielen Leuten zur gleichen Zeit kann das schon mal zu Chaos fuehren...

Ein Kind hatte wirklich einen grossen Betrag. Fuer sie gab es Baumaterial fuer ein extra Zimmer neben ihrer huette, zwei Betten und Schulkleidung fuer sie und ihre Geschwister. Die Grossmutter hat fast geweint als wir ihr erzaehlt haben, was sie mit ihrem Geld alles machen kann.

Wenn die Einkauferei erledigt war, wurden allemann in den Bucky gepackt (bzw. so viele wie irgendwie reinpassten - Big Mamas vorne, kleinere Gestalten hinten auf die Ladeflaeche) und ab ging es in einen nahe gelegenen Park, wo von den Kindern und gekauften Sachen Fotos gemacht wurden. Die werden dann gemeinsam mit den Kassenzetteln und einem Brief an die Paten in Deutschland geschickt, damit sie sehen koennen, was hier mit ihrem Geld passiert ist. Das Fotografieren war meine Aufgabe. Aber es war nicht schwierig die Kinder zum Laecheln zu bringen. Ich musste nur auf Zulu "bitte sehr laecheln" sagen, schon haben sie sich gekringelt. Ob das wohl an meiner Aussprache liegt...?

Mittwoch, 16. Januar 2008

Mal wieder eine Nachricht

Sawubona ihr Lieben,

ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass der eine oder die andere schon ganz gespannt auf Neuigkeiten von mir wartet. Bitte entschuldigt, dass ich so lange wieder nichts von mir habe hören lassen - ngiaxolisa.

Bei mir ist inzwischen die Arbeit wieder losgegangen. Im Januar bin ich nicht bei PACSA, sondern bei dem Projekt, wo ich auch wohne. Da diese ganze Umzieherei und Jobwechselei bei den meisten zu ziemlicher Verwirrung zu fuehren scheint, hier eine kurze Einfuehrung in das Kinderprojekt (im Foto: Gogos - Omas und andere erwachsene Verwandte bei einer 'Elternversammlung'):

'Siyabonga - Helfende Hände für Afrika' ist ein deutsch-suedafrikanischer Verein, der ca. 300 Kinder in zwei Grundschulen in Imbali und Esigodini (das sind zwei Townships, die zu Pietermaritzburg gehoeren), unterstuetzt. Dafuer werden die Kinder an hauptsaechlich deutsche Paten vermittelt, die dann jeden Monat 35 Euro zahlen. Von diesem Geld werden die Schulgebuehren fuer das Kind bezahlt und die Familie kann einmal im Monat Lebensmittel einkaufen.

Weihnachten ist natuerlich Hochsaison, denn dann schicken viele Paten Pakete oder ueberweisen extra Geld. Dann muss mit den Kindern eingekauft werden und es muessen Briefe und Fotos an die Paten geschickt werden. Da viele der Kinder noch zu klein sind um selbst Briefe zu schreiben (und schon gar nicht auf englisch, denn ihre Muttersprache ist natuerlich Zulu), haben wir zwei Leute im Aussendienst (Thandi und Polo), die mit den Kindern reden und dann die Briefe entsprechend schreiben.

Momentan bin ich fast nur im Buero und helfe mit, die riesigen Stapel an Briefen und Paketen abzuarbeiten. Ich denke aber, dass wir naechste Woche dann wieder zu den Schulen fahren, denn dann sind auch die Ferien hier vorbei und es geht alles wieder richtig los.

Am Mittwoch hatte ich meine erste Stunde Zulu Unterricht. Da bei PACSA sehr viele Leute arbeiten, die nicht damit gross geworden sind (die aus einem anderen Teil von Suedafrika oder aus Europa kommen), gibt es seit diesem Jahr einma pro Woche Unterricht. Ich denke nicht dass ich in der kurzen Zeit noch fliessend Zulu lernen werde, aber es ist doch sehr nuetzlich zumindest ein paar Worte zu koennen. Von dem was ich bisher mitbekommen habe denke ich, dass isiZulu eine ziemlich komplizierte Sprache ist - aber sehr schoen!

Die Bilder, die hier immer so dazwischen erscheinen, stammen uebrigens aus der Tatham Art Gallery hier in Maritzburg.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Seit vergangenem Freitag bin ich mit einem offiziellen Diplom Ingenieur der Geodäsie verbandelt. Wer meinem Ulf gratulieren möchte - nur zu! (und Ulf, ich hoffe du bist mir nicht boese, dass ich diese Info hier veroeffentlicht habe...) Ich freue mich auf jeden Fall riesig darueber!

Sizobonana! (Wir sehen uns)

Mittwoch, 2. Januar 2008

Gesundes Neues!!!

Hallo und herzlich willkommen in 2008!

Habt alle vielen Dank für all die Weihnachtsmails, -anrufe, -karten und -pakete. Ich hab mich riesig darüber gefreut!!!

Hier nun eine Zusammenfassung meiner Weihnachtsferien:

Den Heilig Abend hab ich allein zu Hause verbracht, Götterspeise gefuttert, die Weihnachtsgeschichte gelesen ein bisschen geheult und mit zu Hause telefoniert. Das beste Weihnachtsgeschenk für mich dieses Jahr? Mein Visum für den Rest meines Aufenthaltes hier: Abgeholt am 24. Dezember nachmittags. Ansonsten hätte ich aus dem Land raus gemusst... Puuuh!

Am 25. hab ich meine indischen Freunde besucht. Die ganze Familie war zusammen, mit Onkel, Tante, Oma und allem was dazu gehört. Es gab ein Reisgericht mit Meeresfrüchten, verschiedenes Curry, die Kinder haben Kricket gespielt und ich wurde in die Geheimnisse der Meeresfischerei eingeweiht. Bei Fotos von sonnigen Tagen auf einem Boot vor der Küste Durbans kann man schon auf Ideen kommen. Na, ich bin ja noch ein bisschen hier.














Es folgten 3 wunderschöne Tage bei meiner PACSA Chefin Daniela. Auch hier waren wir wieder ein ganzer Haufen Leute – Kollegen und Freunde mit ihren Kindern – und hatten jede Menge Spaß. Vom täglichen Marsch mit den Hunden über schwimmen gehen, einem Fußballfeld-Geburtstagskuchen bis zu Flussfahrten auf Gummireifen. Hilton-College, wo Daniela wohnt, liegt wunderschön und bei dem sonnigen, klaren Wetter, das wir zur Zeit haben, war die Sicht schon nicht zu verachten.

Besonders erwähnenswert: Unsere Begegnungen der tierischen Art. Impalas, Giraffen und Zebras direkt neben der Straße, die sich in aller Ruhe fotografieren ließen. Da kann ich mir das Geld für eine Safari sparen, denk ich.







Am 29. war ich dann mit Liesbeth und Walther, dem älteren Ehepaar, wandern. Ein kleines Naturreservat ca. 5km aus dem Zentrum raus bot wieder mal wunderschöne Aussichten, einen kraxligen Wanderweg über Fels und durch „Dschungel“ und ein gemütliches Braai (Grillen) im Anschluss. Leider war Liesbeth zwischendurch gestürzt und hatte sich den Knöchel verstaucht, sodass alles etwas langsamer ging. Sie hat aber die Zähne zusammen gebissen und am Ende sind wir gut wieder angekommen und das kühle Bier schmeckte umso besser.





Nach einem Besuch bei Jacqui, einer weiteren PACSA Kollegin, verbrachte ich dann Silvester ganz ruhig zu Hause mit Malindi und Azania. Erst waren wir bei ihr in Edendale um Azania abzuholen, dann sind wir via Minibus Taxi zu mir gefahren und haben einfach die Sonne, die Zeit und die Faulheit genossen.