Sonntag, 25. November 2007

Wandern, Weinprobe, Grillen und kein Meeting

Ein sehr schönes und auf seine Art erlebnisreiches Wochenende liegt hinter mir. Am Donnerstag bin ich wieder mal umgezogen und wohne jetzt wieder bei dem Projekt, wo ich schon einmal eine Woche verbracht habe. Ich teile mir die Wohnung mit Annegret, einer älteren Dame (die ganz sicher nicht so genannt werden will) und Anne und Eva, zwei Mädchen aus Krefeld, die für zwei Monate hier sind. Ich habe mein eigenes kleines Zimmer mit einem wackligen Gartentisch als Schreibtisch und wir verstehen uns alle sehr gut. Im Wohnzimmer/Büro steht gerade alles voll mit Papiertüten (im Bild mit Eva), denn bald ist eine Weihnachtsfeier für alle Kinder, die von diesem Projekt betreut werden. Gar nicht so einfach, zum fernsehen aufs Sofa zu kommen – aber bei drei Kanälen, auf denen eh meist nur Müll kommt, ist das nicht weiter tragisch.

Freitag war ich bei einem Braai (also zum Grillen) bei der indischen Familie, mit der ich schon einmal unterwegs war. Melissa, meine amerikanische Kollegin bei PACSA, geht Ende nächster Woche in die USA zurück und da sie einen Großteil der Zeit mit dieser Familie verbracht hat, war es eine Art Abschiedsessen. Da es den ganzen Abend genieselt hat, hat Minesh, der Herr im Hause Nunthoolall, draußen gegrillt, während wir drinnen mit den Kindern Monopoly gespielt haben. Es war alles natürlich wieder mal sehr lecker, ich habe herausgefunden, dass Cola durchaus als Marinade verwendbar ist und dass man Kartoffelsalat mit den Fingern essen kann.


Samstag war ich mit Walter und Liesbeth, einem älteren Ehepaar, wandern. Sie gehören zu einer Wandergruppe und sind immer mal unterwegs. Dabei habe ich auch endlich mal ein paar Tiere aus der Nähe gesehen: Eine Giraffe aus 20m Entfernung ist schon sehr beeindruckend! Aber ich mag auch die Tausendfüßler mit ihren roten Bäuchen sehr gerne und hab noch nie vorher einen 20cm langen und 2cm dicken Regenwurm gesehen. Natürlich hat es auf halber Strecke angefangen zu regnen und durch hohes Gras im Regen – das macht nasse Hosen. Wirklich.




Abends haben die beiden dann eine Weinverkostung veranstaltet. 6 gute südafrikanische Weine mit Verstand verkostet – macht am Ende trotzdem beschwipst (zumal wir dann von unserem Lieblingswein weitertrinken durften...)


Heute war dann Gottesdienst in Kenosis (dort, wo ich damals für die Hochzeit vergessen wurde). Hinterher sollte es für ein Schulprojekt bei dem ich dabei bin, ein vor-Ort Meeting geben, ganz in der Nähe von Kenosis. Kurz nachdem es eigentlich schon angefangen haben sollte, bekam ich einen Anruf, dass der Rest noch in Sobantu auf jemanden warten würde, dann aber bald käme. Da ich mich an die Zulu-Zeit inzwischen einigermaßen gewöhnt habe, rief ich erst eine Stunde später wieder an. „Ach, wir sind schon wieder auf dem Weg nach Durban. Das Meeting fällt aus, die Anderen sind nicht gekommen“. Saß ich also mal wieder in Kenosis fest. Ich wollte mich gerade auf den Weg zum Minibus Taxi machen, da meinte jemand, es wäre in der Nähe gerade ein Workshop zu Ende und diese Leute würden gleich in die Stadt fahren. Hoffnungsvoll gehe ich also dort hin – und treffe meine PACSA Kollegen! Ich weiß nicht, wer überraschter war. Nach einer fröhlichen Heimfahrt im 15er Bus war ich gegen 3 wieder zu Hause und hab es sogar noch geschafft, Ulfs Diplomarbeit Korrektur zu lesen. Es kommt also keine Langeweile auf!

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